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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Veränderungen der bakteriellen Isolate von Verbrennungspatienten und die korrespondierenden Antibiogramme über 2 Jahrzehnte (1986–2005)

Meeting Abstract

  • M. Guggenheim - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital Zürich Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universität Zürich
  • R. Zbinden - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital Zürich Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universität Zürich
  • W. Künzi - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital Zürich Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universität Zürich
  • P. Giovanoli - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital Zürich Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universität Zürich

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav72

DOI: 10.3205/09dav72, URN: urn:nbn:de:0183-09dav727

Veröffentlicht: 19. März 2009

© 2009 Guggenheim et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Ziel: Darstellung der Langzeit-Veränderungen im von Verbrennungspatienten isolierten bakteriellen Spektrum und deren Antibiogramme.

Material und Methoden: Retrospektive Auswertung der Mikrobiologie-Resultate von Verbrennungspatienten von 1986–2005

Resultate: Am häufigsten isoliert wurde S. aureus (20,8%), gefolgt von E. coli (13,9%), P. aeruginosa (11,8%), Koagulase-negativen Staphylokokken (SKN) (10.9%), Enterococcus sp. (9,7%), E. cloacae (5,6%), K. pneumoniae (5%), Acinetobacter sp. (3.2%), P. mirabilis (2%), und S. maltophilia (1.4%). Die Empfindlichkeit von S. aureus gegen Breitspektrum-Antibiotika wie Ciprofloxacin oder Penicilinase-feste Penicilline ging zurück, andere wie Cotrimoxazol oder Netilmicin blieben effektiv. Keine einzige Vancomycin-Resistenz wurde registriert. Die Zunahme des Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) war erheblich (3% 1986–1997), 16% 1998–2001, 13% 2002–2005). Die Zunahme an Methicillin-resistenten SKN (MRSKN) war noch erheblicher.

Die Netilmicin-Empfindlichkeit von P. aeruginosa hat zugenommen (1986–1989: 84%, 2002–2005: 95%), die gegen Ceftazidim deutlich abgenommen. S. maltophilia zeigte klinisch relevante Empfindlichkeit vor allem gegen Ciprofloxacin. Acinetobacter sp. war gegen die meisten Antibiotika relativ unempfindlich. Imipenem oder Meropenem blieben verlässliche Reserve-Antibiotika während der gesamten Studiendauer für fermentierende Enterobacteriaceae (E. coli, K. pneumoniae, E. cloacae and P. mirabilis), mit Empfindlichkeiten von oder nahezu von 100%.

Diskussion und Schlussfolgerung: Vertiefte Kenntnis der Bakterien, die infektiöse Komplikationen verursachen können sowie von deren Antibiotika-Empfindlichkeiten ist eine Vorbedingung für die Behandlung Brandverletzter. Unsere Studie zeigt Veränderungen im mikrobiellen Spektrum und Antibiogramm, die regelmässige Standortbestimmungen nahelegen.