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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Filmfiguren mit Verbrennungs- oder Verätzungsverletzung – Rollenbilder als Spiegelung negativer Stereotypen ?

Meeting Abstract

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  • A. Gohritz - Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Medizinische Hochschule Hannover
  • M. Busche - Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Medizinische Hochschule Hannover
  • P. M. Vogt - Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Medizinische Hochschule Hannover
  • M. Guggenheim - Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Medizinische Hochschule Hannover

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav70

DOI: 10.3205/09dav70, URN: urn:nbn:de:0183-09dav704

Veröffentlicht: 19. März 2009

© 2009 Gohritz et al.
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Gliederung

Text

Opfer von Verbrennungen und Verätzungen treten immer wieder in bekannten Kinofilmen als Hauptfiguren auf.

In diesem Vortrag soll anhand von populären Filmbeispielen die Darstellung dieser speziellen Figuren und die damit verbundenen Rollenbilder über Menschen mit diesen Verletzungen analysiert werden.

Beispiele: Freddy Krueger aus der Horrorreihe „Nightmare on Elm Street“ (1984-1994), kehrt nach seinem Verbrennungstod in den Alpträumen seiner Opfer wieder und terrorisiert sie. Seine Maske wurde nach Bildern von Verbrennungsnarben geformt.

Darth Vader, der Bösewicht aus „Star Wars“ (ab 1978), muß nach einer Ganzkörperverbrennung mit Lungenbeteiligung durch flüssige Lava einen Schutzanzug mit schwarzer Maske tragen und kann sich nur durch eine Kunststimme verständigen.

Als „Phantom der Oper“ treibt ein durch eine Gesichtsverätzung entstellter Musiker sein Unwesen.

In Batman ist die Mimik von „Joker“ ist durch ein Säureattentat fratzenartig verzerrt, „Two-face“ wurde nach einer Gesichtsverbrennung zum geistesgestörten Kriminellen.

Der „Englische Patient“ (1996) erleidet im II. WK durch Flugzeugabsturz schwerste Verbrennungen, an denen er nach langem Leiden verstirbt.

„Der Mann ohne Gesicht“(1993), gespielt von Mel Gibson, versteckt seine verbrannte Gesichtshälfte hinter einer Maske und isoliert sich, der Kontaktversuch mit einem Jungen scheitert an Vorurteilen und Verdächtigungen seiner Umwelt.

Die filmische Darstellung von Menschen nach Verbrennung oder Verätzung gibt fast nur negative Stereotype wider. Äußere Entstellung wird meist in Charakterzüge wie Rachsucht, Grausamkeit und Hinterlist übersetzt.

Selbst bei positiven Figuren werden die Folge des Verbrennungtraumas wie lebenslange Gesundheitsschäden und soziale Isolation meist als auswegsloses Schicksal dargestellt – eine Perspektive, die der Reintegration von Verbrennungspatienten zuwiderläuft.