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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Semi-occlusive Wundauflagen (Steri-Strip®) reduzieren die dermale Proliferation/Inflammation und die Synthese proinflammatorischer Zytokine der Epidermis

Meeting Abstract

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  • O. Kloeters - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, -Schwerbrandverletzenzentrum-, Hand und Plastische Chirurgie der Universität Heidelberg
  • H. Ryssel - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, -Schwerbrandverletzenzentrum-, Hand und Plastische Chirurgie der Universität Heidelberg
  • G. Germann - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, -Schwerbrandverletzenzentrum-, Hand und Plastische Chirurgie der Universität Heidelberg
  • T. A. Mustoe - Northwestern University, Department of Plastic and Reconstructive Surgery, Wound Healing Laboratory, 60611 Chicago, IL, USA

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav54

DOI: 10.3205/09dav54, URN: urn:nbn:de:0183-09dav540

Veröffentlicht: 19. März 2009

© 2009 Kloeters et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Semi-occlusive Wundauflagen werden im klinischen Alltag regelmäßig zur Beschleunigung der Re-Epithelialisierung von Wunden und zur Reduzierung der Entstehung hypertropher Narben eingesetzt.

Ergebnisse aus in vivo und in vitro Untersuchungen implizieren als eine der möglichen Ursache für diese Beobachtung, einen kontinuierlichen Erhalt der Hydratations- Homöostase der Epidermis durch semi-occlusive Verbände, obwohl die exakten molekularbiologischen Signaltransduktionswege noch unbekannt sind.

Methoden: Anhand eines inzisionalen Wundmodells der Ratte (n=89) wurden histologische Veränderungen der Wunde (H&E- und BrdU-Färbung) und Änderungen des epidermalen Expressionsprofil proinflammatorischer Zytokine (quantitative Real-Time PCR) evaluiert unter semi-occlusiver Behandlung mit 2 längs applizierten Lagen Steri-Strip®. Jedes Tier diente als seine eigene Kontrolle (2 Inzisionen pro Ratte). Der Behandlungszeitraum betrug abhängig von der untersuchten Gruppe 3, 7, 10, 14 oder 21 Tage.

Ergebnisse: Semi-occlusive behandelte Wunden zeigten eine signifikant geringere epidermale Dicke und weniger mitotische epidermale Zellaktivität (n=6, p<0.001) im Vergleich zu nicht occlusiv behandelten Wunden. Des Weiteren fand sich eine signifikante Reduktion der dermalen inflammatorischen Zellkomponente. Die Expressionsprofile für die proinflammatorischen Zytokine Interleukin-1-alpha und TNF-alpha waren am 3. postoperativen Tag in semiocclusiv behandelten Wunden signifikant reduziert (n=6, p< 0.05).

Schlussfolgerung: Die semi-occlusive Wundbehandlung mit 2 Lagen Steri-Strip® reduziert signifikant die epidermale Dicke, die epidermale mitotische Aktivität sowie die Expression proinflammatorischer Schlüssel- Zytokine als auch die dermale inflammatorische Reaktion im allschichtigen Inzisions-Wundmodell der Ratte.

Unsere Ergebnisse suggerieren die Exsistenz eines zytokin-vermittelten epidermalen/dermalen Cross- Talk unter kontinuierlicher Hydratation der Epidermis und beleuchten somit mögliche molekularbiologische Signaltransduktionswege, die für eine Erklärung der klinisch beobachteten Effekte semi-occlusiver Wundauflagen verantwortlich sein können.