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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

"Aus Kindern werden Leute…" Spalthautentnahme vom Skalp bei Kindern – Langzeitergebnisse

Meeting Abstract

  • K. Schaeffer - Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie Chirurgische Klinik, Universitätskinderkliniken Zürich
  • R. Zraggen - Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie Chirurgische Klinik, Universitätskinderkliniken Zürich
  • T. Kosk - Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie Chirurgische Klinik, Universitätskinderkliniken Zürich
  • M. Meuli - Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie Chirurgische Klinik, Universitätskinderkliniken Zürich
  • C. Schiestl - Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie Chirurgische Klinik, Universitätskinderkliniken Zürich

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav50

DOI: 10.3205/09dav50, URN: urn:nbn:de:0183-09dav508

Veröffentlicht: 19. März 2009

© 2009 Schaeffer et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Seit 1977 stellt der behaarte Kopf die Hauptentnahmestelle für Spalthauttransplantationen im Zentrum für brandverletzte Kinder des Kinderspitals Zürich dar, so dass wir auf eine Fallzahl von mehr als Tausend zurückblicken können. Es gibt jedoch bisher keine Daten zu den kosmetischen Langzeitergebnissen an der Spalthautentnahmestelle.

Material und Methode: Einschlusskriterien: männlich, ≥ 1 Spalthautentnahme vom Skalp im Kindesalter nach Verbrühungs- oder Verbrennungsunfall, aktuell 30 Jahre alt. Die anamnestischen Daten der so identifizierten Patienten wurden erfasst und sie wurden zur klinischen Untersuchung der ehemaligen Spalthautentnahmestelle in Hinblick auf Farb- oder Strukturveränderungen, Narbenbildung und Haarwuchs einbestellt. Zusätzlich wurden subjektive Beschwerden erfragt und die Befunde fotodokumentiert.

Ergebnisse: Identifiziert wurden 42 Patienten, wovon 32 ausfindig gemacht und in die Studie eingeschlossen werden konnten. Bisher wurden 11 Männer, im Alter von jetzt 30-45 Jahren, nach oben genannten Kriterien evaluiert. Zum Zeitpunkt des Unfalls waren sie zwischen 1 und 15 Jahre alt, betroffen waren damals 7-55% der KOF und es wurden 1-5 Spalthautentnahmen vom Kopf durchgeführt. 1 Patient hatte eine physiologische Alopezie, alle anderen normalen Haarwuchs. Wir sahen bisher 3 Patienten mit geringgradiger Hypopigmentation, 2 mit trockener, sich schuppender Kopfhaut.

Hypertrophe Narben oder ein ungleichmaessiger Haarwuchs konnten bei keinem Studienteilnehmer festgestellt werden, ebenso wurden keinerlei subjektive Beschwerden geäussert.

Diskussion: Die im Akutstadium verglichen mit anderen Entnahmestellen niedrige Komplikationsrate nach Spalthautentnahme vom Kopf ist bekannt. Darüberhinaus geben uns die bisher vorliegenden Daten dieser Studie trotz der noch kleinen Fallzahl Hinweise darauf, dass auch im Langzeitverlauf nur sehr wenige Probleme auftreten und die Patientenzufriedenheit sehr hoch ist.

Schlussfolgerung: Die noch fehlenden Daten werden bis Ende des Jahres 2008 ausgewertet sein. Sollten die bisherigen Ergebnisse bestätigt werden, so unterstreicht dies den Stellenwert der Spalthautentnahme vom Skalp als 1.Wahl bei Kindern.