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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Outcome bei Verbrennungen im hohen Alter, Resultate und Präsentation des Zürcher Konzeptes

Meeting Abstract

  • S. Rohrer - Klinik für Wiederherstellungschirurgie des Universitätsspitals Zürich
  • M. Guggenheim - Klinik für Wiederherstellungschirurgie des Universitätsspitals Zürich
  • P. Giovanoli - Klinik für Wiederherstellungschirurgie des Universitätsspitals Zürich
  • W. Künzi - Klinik für Wiederherstellungschirurgie des Universitätsspitals Zürich

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav33

DOI: 10.3205/09dav33, URN: urn:nbn:de:0183-09dav337

Veröffentlicht: 19. März 2009

© 2009 Rohrer et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Durch die stetig steigende Lebenserwartung in den westlichen Industrieländern ist auch die Anzahl der Verbrennungen bei Senioren gestiegen.

Dies ist unter anderem auf eine langsamere Reaktionsfähigkeit, Einschränkungen der Mobilität, verminderte Sensibilität und reduziertes Sehvermögen zurückzuführen.

Hinsichtlich der Behandlung bei älteren Verbrennungspatienten bestehen grosse Meinungsunterschiede: aggressives Behandlungsregime mit früher tangentialer Exzision und Deckung vs. zuwartendem Verhalten und unterstützender Therapie. Zur Entscheidungsfindung bezüglich des geeigneten Therapieverfahrens ist die Kenntnis der Unterschiede hinsichtlich der Ätiologie, des Verbrennungsausmasses und des ABSI- Scores zwischen älteren und jüngeren Patienten von grosser Bedeutung. Wir beleuchten vor diesem Hintergrund sowie angesichts unserer Ergebnisse das Behandlungskonzept an unserer Klinik.

Material und Methoden: Es handelt es sich um eine retrospektive Studie von Patienten, die während 2001–2004 auf der Intensivstation für Brandverletzte des Universitätsspitals Zürich behandelt wurden. Diese Studie beinhaltet sowohl eine deskriptive Beschreibung des Datensatzes, als auch einen Vergleich verschiedener Parameter (ABSI- Score, verbrannte KOF) älterer vs. jüngerer Patienten. Die Altersgrenze wurde bei 65 Jahren angesetzt.

Ergebnisse: Insgesamt wurden in diesen 4 Jahren 387 Patienten mit Verbrennungen behandelt. 265 Männer und 122 Frauen. 54 Patienten waren älter als 65 Jahre (14%). Insgesamt verstarben 57 Patienten, davon waren 18 Senioren (32%). Die grösste Anzahl der Senioren befindet sich in der ABSI- Gruppe 2, wohingegen die übrigen Patienten am häufigsten in der Gruppe 1 vertreten sind. Die durchschnittlich verbrannte KOF betrug sowohl insgesamt betrachtet als auch bei den überlebenden Senioren 20%, sowie 35% bei den getöteten Senioren. Im Vergleich hierzu wiesen die getöteten Patienten < 65 Jahre verbrannte KOF von 55% auf.

Alle Verletzungen durch Verätzung oder Starkstromkontakt (p < 0.0001) traten zu 100% bei den jüngeren Patienten auf. Verbrennungen durch Feuer traten zu 50% bei Senioren und zu 44% bei Patienten < 65 Jahre auf. Auch die Anzahl der Verbrühungen war mit 30% bei den Senioren deutlich höher als bei Patienten < 65 Jahre (16%).

Schlussfolgerung: Es wird ersichtlich, dass sich die älteren Patienten hauptsächlich bei Tätigkeiten im Haushalt oder der Freizeit verbrennen. Oftmals gibt es einen direkten Zusammenhang mit Vorerkrankungen, so kam es z.B. durch Synkopen zu Kontaktverbrennungen.

Ältere Patienten versterben bereits bei deutlich weniger verbrannter Körperoberfläche als Jüngere.