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26. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2008)

06.01. bis 09.01.2008, Engelberg

"Advent, Advent …" – Untersuchung von 24 Fällen schwerer Verbrennungen durch offenes Feuer während der Weihnachtszeit

Meeting Abstract

  • Merlin Guggenheim - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital, Zürich
  • Andreas Gohritz - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital, Zürich
  • Matthias Aust - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital Zürich
  • Pietro Giovanioli - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital, Zürich
  • Peter M. Vogt - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital, Zürich

DAV 2008. 26. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Engelberg, 06.-09.01.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dav44

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2008/08dav44.shtml

Veröffentlicht: 30. Juni 2008

© 2008 Guggenheim et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Durch Adventskränze, Kerzen und Christbäume kommt es jedes Jahr in den Wochen vor und nach Weihnachten zu schweren Verbrennungsunfällen, über die in der Literatur bisher nicht berichtet wurde.

Ziel: In dieser retrospektiven Studie wurden 24 intensivmedizinisch behandelte Fälle von Verbrennungen durch entzündeten Weihnachtsschmuck untersucht, um auf Gefahren dieses weit verbreiteten Brauches hinzuweisen.

Ergebnisse: Die Auswertung der Daten von 11 Frauen und 13 Männern ergab ein Durchschnittsalter von 56 (maximal 81, 50% über 60) Jahren. In 20 Fällen verursachte ein Christbaum, viermal ein Adventskranz einen Brand. Das Unfalldatum lag in 18 Fällen nach den Weihnachtsfeiertagen, 15-mal im Januar, spätestens am 15. März. Durchschnittlich waren 22% und maximal 61% der Körperoberfläche verbrannt, der Anteil der operationspflichtigen Areale (Grad 2b und 3) lag bei 13%. Der mittlere ABSI-Wert lag bei 7,5 (maximal 13) Punkten. Die Dauer der Intensivbehandlung betrug durchschnittlich 26 Tage, maximal 69 Tage. Insgesamt 4 Patienten verstarben an ihren Verletzungen, davon waren 3 über 65 Jahre alt (Mortalitätsrate 16,6%).

Schlussfolgerung: Diese Auswertung unserer Daten von 24 Brandverletzten zeigt, dass offenes Feuer an Weihnachtsschmuck ein erhebliches und häufig unterschätztes Risiko für schwere Brandverletzungen birgt. Gezielter Aufklärung und routinemäßigen Schutzmaßnahmen kommt hier große Bedeutung zu, um die Bevölkerung vor diesen vermeidbaren Ereignissen zu schützen, die vor allem bei älteren Patienten tödlich enden können.