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26. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2008)

06.01. bis 09.01.2008, Engelberg

Operative Behandlung von Mikrostomie bei Verbrennungspatienten

Meeting Abstract

  • C. Zweifel - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital Zürich, Zürich
  • M. Guggenheim - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital Zürich, Zürich
  • A. Jandali - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital Zürich, Zürich
  • W. Künzi - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital Zürich, Zürich
  • P. Giovanoli - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Departement Chirurgie, Universitätsspital Zürich, Zürich

DAV 2008. 26. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Engelberg, 06.-09.01.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dav43

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2008/08dav43.shtml

Veröffentlicht: 30. Juni 2008

© 2008 Zweifel et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Funktionelle und ästhetische Aspekte müssen bei jeder Verbrennungsbehandlung berücksichtigt werden. Bei Gesichtsverbrennungen kann es eine besondere Herausforderung sein, diese Ziele zu erreichen.

Eines der Probleme, welches nach ausgedehnten Verbrennungen auftreten kann, ist eine Mikrostomie aufgrund von Vernarbungen und Narbenkontrakturen im Bereich der Mundwinkel.

Trotz deutlichen Fortschritten in der Prävention von Mikrostomie durch Schienenbehandlung ist bei schweren Fällen eine operative Intervention im Sinne einer Kommissurenplastik noch immer Mittel der Wahl.

Das Ziel der verschiedenen Operationstechniken ist es, die Mund-Öffnung zu vergrössern um so Mundhygiene, Sprechen und Nahrungsaufnahme zu vereinfachen.

Obwohl bei der Rekonstruktion der Mundwinkel funktionelle Probleme vor den ästhetischen Aspekten Vorrang haben, müssen die letzteren angemessen berücksichtigt werden, um ein zufriedenstellendes Resultat zu erreichen.

Material und Methoden: Wir haben retrospektiv unsere Verbennungsdatenbank nach Mundwinkelplastiken mit lokalen Mukosa-Lappen durchsucht. Zwischen 1995 und 2006 haben wir insgesamt 18 Patienten mit Mikrostomie nach Gesichtsverbrennungen operativ behandelt. Es wurden mehrere Monate/Jahre nach Trauma Kommissurenplastiken mittels einer der folgenden Techniken durchgeführt: 1) Exzision eines Narben-Dreiecks und Y-V-Mukosa-Verschiebelappen (n=10), 2) Exzision der Narbe und Wundverschlusss mittels Voll- oder Spalthauttransplantat (n=4), 3) Durchtrennung der Kontraktur und Verschluss des Defektes mit je 2 rhomboidförmigen Schleimhaut-Verschiebelappen pro Seite (n=10).

Resultate: Bei 3 der 18 Patienten waren 1-2 Reoperationen notwendig. 2 von diesen Patienten wurden mittels Narbenexzision und Hauttransplantation behandelt, alle 3 wurden frühfunktionell, d.h. innerhalb des ersten Jahres nach Trauma, operiert.

Alle Patienten zeigten schlussendlich zufriedenstellende ästhetische Resultate und ein gutes funktionelles Ergebnis

Schlussfolgerungen: Kommissurenplastiken mittels Schleimhautverschiebelappen zeigen gute ästhetische und funktionelle Ergebnisse bei der Behandlung von Mikrostomie nach Gesichtsverbrennungen. Nach einer frühfunktionellen Exzision der Narbe und direktem Wundverschluss mittels Hauttransplantat, wenn auch unvermeidbar in Fällen mit schweren periorbitalen Vernarbungen, waren häufiger Korrektureingriffe notwendig.