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26. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2008)

06.01. bis 09.01.2008, Engelberg

Ergebnisse der chirurgischen Behandlung von Hochspannungsverletzungen in der akuten Phase

Meeting Abstract

  • A. Handschin - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital, Zürich
  • F. Jung - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital, Zürich
  • M. Guggenheim - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital, Zürich
  • S. Vetter - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital, Zürich
  • W. Künzi - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital, Zürich
  • P. Giovanoli - Klinik für Wiederherstellungschirurgie, Universitätsspital, Zürich

DAV 2008. 26. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Engelberg, 06.-09.01.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dav38

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2008/08dav38.shtml

Veröffentlicht: 30. Juni 2008

© 2008 Handschin et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Hochspannungsverletzungen weisen im Vergleich zu konventionellen Verbrennungen eine erhöhte Inzidenz für Komplikationen und Folgeschäden auf. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine Analyse der chirurgischen Therapie von Hochspannungsverletzungen an einem Verbrennungszentrum. Dabei soll insbesondere die operative Strategie in der akuten Phase systematisch untersucht werden.

Patienten/Material und Methode: Anhand einer retrospektiven Analyse wurden alle Patienten mit Hochspannungsverletzungen im Zeitraum 1995–2007 untersucht. Insgesamt wurden 61 Patienten (57 Männer, 4 Frauen, durchschnittliches Alter: 34±13 Jahre) nach Hochspannungsverletzungen behandelt.

Ergebnisse: Die Mehrheit der Unfälle stellten Arbeitsunfälle dar (75%). Im Durchschnitt waren 35% der Körperoberfläche verbrannt (29% drittgradige Verbrennungen). Pro Patient wurden im Mittel 4,8±4 Operationen durchgeführt (1–23 Operationen) darunter wiederholte Debridements/Nekrosektomien (100%), Escharotomien/Fasziotomien (47,5%) sowie Mikro- und Makroamputationen (18%). Bei 14 Patienten (23%) wurden Defektdeckungen mit lokalen oder freien Lappenplastiken durchgeführt. Die Mortalität des Gesamtkollektivs betrug 15%.

Schlussfolgerung: Hochspannungsverletzungen stellen ein chirurgisch anspruchsvolles Trauma dar. Wiederholte Debridements und intraoperative Wundbeurteilungen sind nach wie vor die Grundlage der operativen Behandlung. Die Anwendung von freien mikrovaskulären Lappen kann eine Alternative zur Amputation darstellen. Die Indikation zur Amputation muss aber bei totaler Extremitätennekrose/Gangrän und bei septischen Verläufen erwogen werden.