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25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2007)

10.01. bis 13.01.2007, St. Anton am Arlberg

5 Jahre Kooperation mit dem Verbrennungszentum Bischkek, Kirgisien – Was bleibt?

Meeting Abstract

  • corresponding author C. Ottomann - Zentrum für Schwerbrandverletzte mit Plastischer Chirurgie - Unfallkrankenhaus Berlin - Krankenhaus Berlin Marzahn mit Berufsgenossenschaftlicher Unfallklinik, Berlin
  • A. Schönborn - St. Josef-Krankenhaus Potsdam, Abteilung für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Potsdam
  • A. Kleinschmidt - Martin Luther Krankenhaus Berlin, Abteilung für Plastische Chirurgie, Berlin
  • I. Bidermann - Berlin
  • T. Mühlberger - DRK Kliniken Berlin Westend, Abteilung für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Berlin
  • B. Hartmann - Zentrum für Schwerbrandverletzte mit Plastischer Chirurgie - Unfallkrankenhaus Berlin - Krankenhaus Berlin Marzahn mit Berufsgenossenschaftlicher Unfallklinik, Berlin

DAV 2007. 25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. St. Anton am Arlberg, 10.-13.01.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc07dav65

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2007/07dav65.shtml

Veröffentlicht: 25. Juni 2008

© 2008 Ottomann et al.
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Gliederung

Text

Es wird über einen einwöchigen humanitären Aufenthalt im September 2002 im Brandverletztenzentrum des vierten Hospitals in Bischkek, der Haupstadt Kirgisiens, berichtet.

Vorrausgegangen war eine Anfrage des deutschen roten Kreuzes mit der Bitte um Hilfe bei der Versorgung zweier schwer brandverletzter Kinder. Die Autoren beschlossen aufgrund finanzieller Nöte der Patienten, die Kinder nicht nach Deutschland transportieren zu lassen, sondern selbst dorthin zu fliegen, um vor Ort Hilfe zu leisten. Kirgiesien ist eine ehemalige Teilrepublik der Sovietunion und seit 1991 unabhängig. Das Land befindet sich seidem im Umbau, was sich auch im Gesundheitssystem bemerkbar macht. Wir fanden vor allem in der Behandlung Brandverletzter eine eklatante Unterversorgung vor. Innerhalb einer Woche konnten von uns 13 Patienten, davon 9 Kinder operativ versorgt werden. Neben dieser operativen Hilfe erfolgte ein ausführlicher Wissens- und Erfahrungsaustausch mit den dortigen Ärzten. Akute Verbrennungen, hochgradige Kontrakturen und hypertrophe Narben inerheblichem Ausmaß führten zu sechs Spalthauttransplantationen, drei Kontrakturversorgungen und drei Z-Plastiken sowie einem Leistenlappen. Die operative Versorgung war jedoch unter widrigen Umständen nur eingeschränkt möglich. Es fehlten Operationsinstrumente, Operationsmaterial sowie einfaches Verbandsmaterial, so das viel improvisiert werden musste. Patienten müssen Medikamente selbst kaufen, die Pflege obliegt den Angehörigen, es existiert keine ausreichende Nachsorge oder Rehabilitation. Wir konnten erleben wie unter diesem Mangel die Versorgung Brandverletzter gewährleistet ist, wenn auch unter Umständen, die bei uns nicht vorstellbar sind. Trotz der Einfachheit der medizinischen Versorgung erhielten wir neue Erkentnisse, die auch bei uns anwendbar sind.