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25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2007)

10.01. bis 13.01.2007, St. Anton am Arlberg

Entwicklung eines immunkompatiblen dermo-epidermalen Hautäquivalentes durch Kultivierung genetisch modifizierter Zellen in einer Kollagen-Elastin-Matrix (Matriderm®)

Meeting Abstract

  • corresponding author Claudia Y.-U. Choi - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover
  • Kerstin Reimers - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover
  • Sabrina Jahn - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover
  • Susanne Kall - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover
  • Perikles Kolokythas - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover
  • Peter M. Vogt - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover

DAV 2007. 25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. St. Anton am Arlberg, 10.-13.01.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc07dav53

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2007/07dav53.shtml

Veröffentlicht: 25. Juni 2008

© 2008 Choi et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ziel dieser Studie war die Entwicklung eines immunkompatiblen Hautanalogons für die Therapie Schwerbrandverletzter. Die autologe Transplantation von Keratinoyzten ist ein etabliertes Verfahren, verzögert jedoch die Behandlung um den Zeitraum der Kultivierung. Der Einsatz allogener Zellen ist durch die immunologische Abstoßungsreaktion limitiert. In der Transplantationschirurgie wurden verschiedene Wege der Immunmodulation untersucht und entwickelt. Unter anderem konnte durch eine Expression apoptose-inhibitorischer Proteine eine Vermeidung immunologisch induzierter Abstoßung gezeigt werden.

Material und Methoden: Nach Amplifikation der Gensequenz für die Codierung von ausgewählten Apoptose-inhibitorischen Proteinen aus der cDNA Library eines follikulären Lymphoms wurde das Gen in einen Vektor (pcDNA5/FRT/V5-His TOPO®) integriert und in chemokompetenten E.coli kloniert. Humane Keratinozyten wurden non-viral transfiziert und in vitro erfolgte die Evaluation des effektivsten Inhibitors immunologisch induzierter Apoptose durch Co-Kultivierung mit allogenen T-Zellen. Parallel erfolgte die Kultivierung von Fibroblasten aus männlichen Mäusen C57 BL6. Beide Zellarten wurden in einer Kollagen-Elastin-Matrix (Matriderm®) kultiviert und in weibliche Mäuse transplantiert. Nach definierten Zeitintervallen erfolgte die Auswertung der Transplantate durch makroskopische und fluoroskopische in vivo-Untersuchungen sowie histologische Beurteilungen nach Opferung.

Ergebnisse: Nach non-viraler Transfektion humaner Keratinozyten mit verschiedenen Apoptose-Inhibitoren ließ sich eine Expression der Zielproteine nachweisen. Bei Co-Kultivierung mit allogenen T-Zellen wiesen die rekombinanten eine erfolgreiche Inhibition der immunologisch induzierten Apoptose auf. Fibroblasten und Keratinozyten ließen sich separat und auch als Mischkultur in Matriderm® kultivieren. Die Vitalitätsnachweise der besiedelten Matrix waren in vitro und in vivo nach Transplantation in das Mausmodell positiv.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse sind hinweisend, dass durch heterotope Expression apoptose-inhibitorischer Proteine eine Immunkompatibilität in rekombinanten Keratinozyten erzeugt werden kann. Die Mischkultivierung verschiedener Zelltypen in Matriderm bietet einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung eines dermo-epidermalen Hautersatz. Somit eröffnen sich neue Perspektiven für die Entwicklung eines universell transplantierbaren dermo-epidermalen Hautanalogons für die klinische Applikation.