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25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2007)

10.01. bis 13.01.2007, St. Anton am Arlberg

Toxische epidermale Nekrolyse – verminderte Infektrate und schnellere Reepithelialisierung durch Anwendung von Biobrane®

Meeting Abstract

  • corresponding author P. Boorboor - Klinik und Poliklinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • M. Spies - Klinik und Poliklinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • P. Kolokythas - Klinik und Poliklinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • M. Aust - Klinik und Poliklinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • Q. Alkandari - Klinik und Poliklinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • P. M. Vogt - Klinik und Poliklinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover

DAV 2007. 25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. St. Anton am Arlberg, 10.-13.01.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc07dav52

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2007/07dav52.shtml

Veröffentlicht: 25. Juni 2008

© 2008 Boorboor et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Obgleich eine seltene Erkrankung weist die toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) in Abhängigkeit von der betroffenen Körperoberfläche mit 30% bis hin zu 80% eine sehr hohe Mortalität auf. Die häufigsten Ursachen dafür liegen bei generalisierten Infektionen, Sepsis oder einer Lungenmitbeteiligung. Die Therapie der Wahl besteht aus dem sofortigen Absetzen aller potentiell auslösender Medikamente und einer Intensivbehandlung in einem Verbrennungszentrum. Zur Wundbehandlung bieten sich neben täglichen konventionellen Verbandwechseln mit antiseptischen Lösungen, die Möglichkeit der definitiven Wunddeckung mit Biobrane®. Wir evaluierten beide Behandlungsmethoden im Hinblick auf Infektparameter, Epithelisierungszeit und Mortalität.

Patienten und Methoden: Seit 2002 wurden 14 Patienten (12 weiblich, 2 männlich) mit histologisch gesicherter TEN (KOF größer 30%) in unserer Klinik behandelt. Bei 8 Patienten erfolgte im Anschluss an ein initiales operatives Debridement der nekrotischen Epidermisanteile ein konservatives Wundmanagement mit täglichen Verbandwechseln mit Lavaseptlösung/-gel und Fettgazeverbänden. In 6 Fällen erfolgte bereits initial eine definitive Wunddeckung mit Biobrane®. Neben demographischen Daten wurden der Scorten-Score, die Mortalität und die Dauer bis zur kompletten Epithelisierung ausgewertet. Die „Infektparameter“ CRP, Leukozyten und Körpertemperatur wurden bei allen Patienten im Verlauf des stationären Aufenthaltes bestimmt und ausgewertet.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der behandelten Patienten betrug 68,0 ± 14,8 Jahre (Mittel ± SD) und unterschied sich wie die betroffene KOF mit im Schnitt 66,4% ± 24,1% in beiden untersuchten Gruppen nicht. Der Scorten-Score war in beiden Gruppen im Median 3. Eine Mucosa-Beteiligung zeigte sich bei 79 % der Patienten, wobei alle eine enorale, 27 % eine okuläre und 9 % eine genitale Beteiligung aufwiesen. Insgesamt verstarben 5 Patienten (43%), davon 2 aus der Biobrane®-Gruppe (33%) und 3 aus der Kontrollgruppe (37,5%, n.s.).

In der Biobrane®-Gruppe war die komplette Epithelisierung durchschnittlich nach 12,5 ± 2,4 Tagen erfolgt, in der Gegengruppe nach 16 ± 3,1Tage. Im Verlauf zeigte sich in der Biobrane®-Gruppe eine signifikante Verminderung der CRP und der Leukozytenzahlen am am 9.Tag nach Beginn der Erkrankung (p<0,05).

Schlussfolgerung: Trotz der kleinen Gruppengrößen erscheint eine frühzeitige definitive Wunddeckung mit synthetischem Epidermisersatz wie Biobrane® vorteilhaft gegenüber der konservativen Wundbehandlung. Es zeigte sich neben dem klinischen Effekt eines verminderten Wundschmerzes und einer verbesserten Mobilisierung der Patienten eine schnellere Reepithelialisierung der Wunden, sowie eine Senkung von inflammatorischen Labormarkern. Eine damit einhergehende Reduktion der Mortalität in der Biobrane®-Gruppe konnte nicht beobachtet werden.