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25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2007)

10.01. bis 13.01.2007, St. Anton am Arlberg

Todesfälle bei einem ABSI kleiner gleich 5

Meeting Abstract

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  • corresponding author F. Knam - Klinik für Plastische Chirurgie, Wiederherstellungschirurgie, Handchirurgie, Schwerstverbranntenzentrum Krankenhaus Köln Merheim
  • V. Rippmann - Klinik für Plastische Chirurgie, Wiederherstellungschirurgie, Handchirurgie, Schwerstverbranntenzentrum Krankenhaus Köln Merheim
  • W. Perbix - Klinik für Plastische Chirurgie, Wiederherstellungschirurgie, Handchirurgie, Schwerstverbranntenzentrum Krankenhaus Köln Merheim
  • G. Spilker - Klinik für Plastische Chirurgie, Wiederherstellungschirurgie, Handchirurgie, Schwerstverbranntenzentrum Krankenhaus Köln Merheim

DAV 2007. 25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. St. Anton am Arlberg, 10.-13.01.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc07dav25

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2007/07dav25.shtml

Veröffentlicht: 25. Juni 2008

© 2008 Knam et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Laut ABSI (abbreviated burn severity index) liegt die Sterbewahrscheinlichkeit bei einem ABSI von 5 bei 2%. Wenn die Sterblichkeit so gering ist, woran sterben dann diese 2%? Außerdem stellt sich die Frage, ob es Faktoren gibt, welche die Mortalität erhöhen, jedoch nicht vom ABSI erfasst werden. Um diese Frage zu klären, haben wir retrospektiv unsere Todesfälle mit einem ABSI 5 der letzten 15 Jahre aufgearbeitet.

Material und Methoden: Ausgewertet wurde der Zeitraum von 1989 bis 2004. Insgesamt wurden 1108 Verbrennungen auf der Kölner Schwerstverbranntenintensivstation behandelt. Aufgrund der EDV-mäßig erfassten Basisdokumentation konnten die Todesfälle mit ABSI kleiner gleich 5 herausgefiltert werden.

Retrospektiv wurden die Krankenakten auf Begleitverletzungen, Neben- bzw. Vorerkrankungen und Komplikationen hin analysiert.

Resultate: Betroffen waren nur Patienten mit Verbrennungen, also keine Patienten mit Verbrühung, Verätzung, Statrkstromverletzung oder blasenbildenden Hauterkrankungen. Hiervon hatten 9 Patienten einen ABSI von 5 und einer von 3. Die durchschnittliche VKOF dieser verstorbenen Patienten betrug 8,9% (3-15%), das mittlere Patientenalter lag bei 40,9 Jahren (13-80 Jahre). 6 der 10 Patienten hatten ein Inhalationstrauma, 2 Patienten teils drittgradige Verbrennungen. 8 Todesfälle ereigneten sich im Zeitintervall von 1989-1994. Für ABSI 5 bedeutet das eine Letalität von 5,4%.

Versucht man die Fälle zu gruppieren, kann man 3 Gruppen bilden:

Die erste Gruppe enthält Patienten, die an schweren Begleitverletzungen starben (Schädelhirntrauma, Hirntod durch Inhalation oder nach Reanimation).

In die zweite Gruppe kamen Patienten, die vor dem Trauma bereits bestehende Nebenerkrankungen hatten (Tumorleiden, Tuberkulose, oder schwere Herz-Kreislauferkrankungen). Die dritte Gruppe bildeten überwiegend junge Menschen ohne Vorerkrankungen, die während der stationären Behandlung Komplikationen entwickelten (Sepsis, abdominelles Kompartment, Colitis).

Diskussion: In der Literatur wurde schon bemerkt, dass ein relevanter Score für die Sterbewahrscheinlichkeit bei Verbrennung auf die Vorerkrankung und Risikofaktoren eingehen sollte. Eine schwere Herzinsuffizienz oder ein fortgeschrittenes Tumorleiden nehmen sicherlich einen großen Einfluss auf die Sterblichkeitsrate. Ebenfalls wird der Hirntod unterschiedlicher Genese nicht durch den ABSI erfasst. Sehr interessant zeigte sich unsere 3. Gruppe mit Patienten, die vor dem Trauma gesund waren und Komplikationen entwickelten an denen sie letztendlich verstarben. Sollte nicht ein relevanter Score die im verlauf auftretenden Komplikationen ebenfalls integrieren?

Zusammenfassend ist der ABSI-Score sicherlich ein geeigneter Score um über klassische, verbrennungsspezifische Faktoren die Überlebens-und Sterbewahrscheinlichkeit möglichst genau einzuschätzen. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Integration von Vorerkrankungen und die Möglichkeit zur Korrektur im Verlauf beim Auftreten von schweren Komplikationen noch bessere Aussagen über die Prognose erlauben würden.