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25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2007)

10.01. bis 13.01.2007, St. Anton am Arlberg

Die Behandlung von über 600 schwerbrandverletzten Kindern in Bochum in 10 Jahren – retrospektive Analyse

Meeting Abstract

  • corresponding author Stefan Langer - Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore, BG-Kliniken Bergmannsheil
  • Moritz Hilburg - Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore, BG-Kliniken Bergmannsheil
  • Andrea Herweg-Becker - Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, St-Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum
  • Christian Rieger - Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, St-Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum
  • Hans-Ulrich Steinau - Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore, BG-Kliniken Bergmannsheil

DAV 2007. 25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. St. Anton am Arlberg, 10.-13.01.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc07dav05

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2007/07dav05.shtml

Veröffentlicht: 25. Juni 2008

© 2008 Langer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Behandlung schwerbrandverletzter Kinder stellt eine interdisziplinäre Aufgabe für Kinderärzte und plastische Chirurgen dar. Häufig sind die Fachdisziplinen räumlich getrennt. Neben kinderheilkundlichen Kliniken sind Kinderchirurgen, Unfallchirurgen und plastische Chirurgen in die Versorgung eingebunden. In unserer Universität kooperieren die Klinik für Kinderheilkunde und die Klinik für Plastische Chirurgie seit mehreren Jahrzehnten miteinander. Eine Auswertung der Daten der letzten zehn Jahre soll vorgestellt werden.

Material und Methodik: Eine retrospektive Studie über 629 Kinder (im Alter von 0–15 Jahren) wurde über den Zeitraum von 1992–2002 erarbeitet. Die ausgewerteten Daten beinhalten Alter, Geschlecht, Klinikaufenthalt Plastische Chirurgie, Klinikaufenthalt Kinderklinik, Mortalität, Art der thermischen Verletzung, Grad der Verbrennung, Lokalisation der Verbrennung, Inhalationstrauma, Beatmungsdauer, Art der chirurgischen Versorgung.

Ergebnisse: 414 Kinder waren in der Altersgruppe 0–3 (65,8%), mit einem Häufigkeitsgipfel bei den 1-Jährigen mit 224 Kindern (35,6%). Das Durchschnittsalter lag bei 2,99 Jahren. Unter den Verletzten befanden sich 387 Jungen (62%) und 241 Mädchen (38%). Ratio 1,6:1. In der Altersgruppe der 4–5-Jährigen waren Mädchen deutlich mehr vertreten. 19 Mädchen (59%) zu 13 Jungen (41%) bei den 4-Jährigen und 17 Mädchen (57%) zu 13 Jungen (43%) bei den 5-Jährigen. Ansonsten waren Jungen immer zahlenmäßig dominierend. Die Verletzungsursachen verteilten sich wie folgt: Verbrühungen n=435 (70%), Flammenverbrennungen n=153 (24%), Stromverletzungen n=17 (3%), Fettkontakt n=21 (3%). 365 Kinder (58%) wurden operativ, 263 (42%) konservativ behandelt. Die Eingriffzahl lag bei 1,8. Die durchschnittliche VKOF lag bei 11,9% (89 Kinder überwiegend I°, 286 Kinder IIa, 419 Kinder IIb, 248 Kinder III°). 305 Patienten waren deutscher, 323 Patienten ausländischer Abstammung. 551 Patienten (88%) waren gesetzlich über ihre Eltern, 14 (2%) Privat und 63 Kinder (10%) durch das Sozialamt versichert.

Diskussion: Die Tatsache, dass unsere beiden Kliniken räumlich getrennt sind, steht zur Diskussion. Dennoch sind die Infektionsrisiken und die Anzahl der Re-Operation im Vergleich zur internationalen Literatur nicht höher.