gms | German Medical Science

Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für medizinisches Bibliothekswesen (AGMB)

23. bis 25.09.2008, Magdeburg

eSciDoc in der MPG: Wohin geht die Reise?

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Ulla Tschida - Max Planck Digital Library (MPDL), München

Arbeitsgemeinschaft für medizinisches Bibliothekswesen (AGMB) e.V.. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für medizinisches Bibliothekswesen (AGMB) 2008. Magdeburg, 23.-25.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08agmb06

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/agmb2008/08agmb06.shtml

Veröffentlicht: 16. September 2008

© 2008 Tschida.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

eSciDoc (http://escidoc.org/) ist ein gemeinsames Projekt der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und des Fachinformationszentrums Karlsruhe (FIZ Karlsruhe). Neben der Unterstützung durch Eigenmittel der beiden Projektpartner wird das Projekt über einen Zeitraum von 2004 bis 2009 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziel des Projektes ist der Aufbau einer nachnutzbaren Infrastruktur und Endnutzer-Anwendungen für wissenschaftliche Kommunikation und Publikation in Forschungsorganisationen. Konkret sollen der langfristige und offene Zugang zu Forschungsresultaten und Forschungsmaterialien (Publikationen und Primärdaten) gewährleistet sowie innovative Formen der wissenschaftlichen und interdisziplinären Zusammenarbeit unterstützt werden.

Das Projekt ist eingebettet in die langfristige Strategie der MPDL, exzellente Arbeitsbedingungen für exzellente Forschung zu schaffen. Diese Anforderung adressiert das Projekt auf zwei Ebenen: Die Infrastruktur konzentriert sich auf grundlegende Standards und Technologien, die nötig sind für das Management und den langfristigen Erhalt von komplexen und umfangreichen Daten, die wiederum aus verschiedensten Objekttypen (Datentypen) und deren Relationen bestehen können. Um dem Anspruch gerecht zu werden, eine generische, nachnutzbare Infrastruktur zu bauen, die gleichzeitig vielfältige und heterogene disziplin-spezifische Applikationen unterstützt, wurde ein service-orientierter Architekturansatz gewählt, der das Zusammenspiel von verschiedenen Services ermöglicht, die modular aufgebaut sind und somit für verschiedene Anwendungen zum Einsatz kommen können. Auf Endnutzer-Ebene werden exemplarisch disziplinspezifische Lösungen entwickelt, die das Management, die Publikation und die Dissemination von spezifischen Primär- und Sekundärdaten einer Fachdisziplin unterstützten. Dies wird erreicht durch enge Einbindung von lokalen Experten und Nutzergruppen bei der fachlichen Analyse der (digitalen) Bestände, bei notwendigen Arbeitsabläufen und sowie bei der Präsentationsumgebungen im Netz. Aktuell wird an drei Lösungen gearbeitet: Publication Management (PubMan) unterstützt die Verwaltung, Verbreitung und langfristige Ablage von Publikationen der MPG-Institute („Institutional repository“). Mit der Lösung „FACES“ werden Photographien menschlicher Gesichtsausdrücke, mit entsprechenden Metadaten, als Arbeitsinstrument in Netz publiziert. Die Lösung „Virtueller Raum Reichsrecht (VIRR)“ unterstützt die Publikation und Anreicherung von digitalisierten Textkorpora. Um die Nachhaltigkeit der Infrastruktur für unterschiedliche „Scientific data life cycles“ zu gewährleisten, muss in der Entwicklung von Datenmodellen, Infrastruktur und Services besonders darauf geachtet werden, Datenformaten gegenüber möglichst agnostisch zu sein sowie generische fachliche, technische und Oberflächen-Komponenten zu identifizieren.

Der bisherige Projektverlauf zeigt, dass eine „eScience-Infrastruktur“ nicht nur technisch konzipiert werden darf. Neben technologischen Anforderungen, die der Komplexität und Menge an Daten gerecht werden müssen, werden auch beratende Hilfestellungen und Unterstützung bei Fragen zur optimalen Datengenerierung und Ablage benötigt. Daraus ergeben sich langfristige Herausforderungen für die strategische Organisationsentwicklung von wissenschaftlichen Organisationen bzw. deren Service-Einrichtungen.