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Herbsttagung der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie Regensburg mit wissenschaftlicher Unterstützung der ADANO 2011

Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (ADANO)

29.09. - 30.09.2011, Regensburg

Aktuelle Entwicklungen in der humangenetischen Diagnostik von Erbkrankheiten

Meeting Abstract

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Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Herbsttagung der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie Regensburg mit wissenschaftlicher Unterstützung der ADANO 2011. Regensburg, 29.-30.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11adano12

DOI: 10.3205/11adano12, URN: urn:nbn:de:0183-11adano124

Veröffentlicht: 21. September 2011

© 2011 Fritsche.
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Viele erbliche Erkrankungen des Menschen, darunter auch die Gruppe der Netzhaut- und der Gehörerkrankungen, zeichnen sich durch eine große genetische Heterogenität aus, d.h. ein einzelner klinischer Phänotyp kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher Gene und darüber hinaus individuellen Genmutationen verursacht werden. Eine genetische Untersuchung ist daher mit den traditionellen molekulargenetischen Standardmethoden, wie z.B. der DNA-Sequenzierung nach Sanger, heutzutage oft sehr zeit-, arbeits- und kostenintensiv und daher im Routinelabor nur begrenzt einsetzbar. Dennoch ist eine Gendiagnostik aus dem modernen klinischen Alltag nicht wegzudenken. Denn nur so kann eine klinische Diagnose gesichert und gleichzeitig die molekulare Ursache bzw. der mögliche Mechanismus der Erkrankung abgeleitet werden. So ist auch eine DNA-Diagnostik essentiell für eine differenzialdiagnostische Abgrenzung eines Krankheitsbildes und bildet die Grundlage für akkurate Einschätzungen von Wiederholungsrisiken. Entwicklungen der jüngeren Zeit im Bereich der Hochdurchsatz-Technologien eröffnen der DNA-Diagnostik die Möglichkeit gerade genetisch heterogene Erkrankungen extensiv und effizient zu untersuchen. Anhand der Microarray-basierten Resequenzierung und der massiv-parallelisierten Sequenzierung (auch bekannt als Next Generation Sequencing) stehen zwei aktuelle Verfahren zur Verfügung, die heute bereits routinemäßig in der molekulargenetischen Diagnostik zum Einsatz kommen. In beiden Fällen werden nach Anreicherung der DNA-Zielregionen eines Patienten, z.B. alle Protein-kodierenden Bereiche eines in Frage stehenden Krankheitsgens, Sequenzrohdaten erhoben und anschließend auf genetische Veränderungen untersucht. Der offensichtliche Unterschied beider Methoden zur Sanger-Sequenzierung ist die enorme Menge an generierter Sequenzinformation. So können in einem einzigen Analyseschritt Microarray-basiert bis zu 300.000 Basen, mit der massiv-parallelisierten Sequenzierung sogar bis zu 600 Milliarden Basen erhoben werden. Fraglos stellen damit die anfallende Datenfülle und die notwendige Interpretation der Befunde den Analytiker vor neue Herausforderungen bisher nicht gekannter Dimension. Die Antwort hierauf erfordert eine systematische Vorgehensweise mittels verfügbarer Ressourcen an bioinformatischen, populationsbezogenen sowie funktionellen Informationen, um so zu einer Einschätzung der Pathogenizität der festgestellten, genetischen Veränderungen zu gelangen.