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GMS Mitteilungen aus der AWMF

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)

ISSN 1860-4269

Informationssystem "Datentransparenz" bei DIMDI im Aufbau

Mitteilung

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GMS Mitt AWMF 2012;9:Doc20

DOI: 10.3205/awmf000268, URN: urn:nbn:de:0183-awmf0002683

Eingereicht: 30. Oktober 2012
Veröffentlicht: 2. November 2012

© 2012 Müller.
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Gliederung

Zusammenfassung

Mit dem Inkrafttreten der "Verordnung zur Umsetzung der Vorschriften über die Datentransparenz" (Datentransparenzverordnung nach §§ 303a bis 303e Sozialgesetzbuch V) am 18.09.2012 wird dem DIMDI die Aufgabe übertragen, den für den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (sog. Morbi-RSA) beim Bundesversicherungsamt zusammenfließenden Datenpool der gesetzlichen Krankenkassen einem gesetzlich vorgegebenen Nutzerkreis zugänglich zu machen. Dazu gehören auch die wissenschaftlich tätigen Mitglieder der Fachgesellschaften.


Text

Der Datenpool umfasst für jeden gesetzlich Krankenversicherten unter anderem Angaben zur Arzneimittelversorgung, Diagnosen der stationären und ambulanten Behandlung sowie berücksichtigungsfähige Leistungsausgaben. Die jährlich anfallenden Daten werden durch das DIMDI über mehrere Jahre hinweg zusammengeführt. Damit wird eine genauere Analyse des Versorgungsgeschehens in Deutschland möglich.

§ 303e Sozialgesetzbuch V listet die nutzungsberechtigten Institutionen auf; er gibt auch die Zwecke vor, für die diese Daten verarbeitet und genutzt werden dürfen. Um ein zweckorientiert hohes Datenschutzniveau zu gewährleisten, ist in diesen Daten die Krankenversichertennummer durch ein Pseudonym ersetzt. In Verbindung mit den strengen rechtlichen Vorgaben ist dadurch der Rückschluss auf einzelne Personen faktisch ausgeschlossen.

Diese neue Aufgabe des DIMDI wird von den gesetzlichen Krankenkassen und aus Nutzungsentgelten finanziert.

Nähere Informationen über die Rechtsgrundlagen, die vorgeschriebenen Verfahren, die nutzungsberechtigten Institutionen und die Nutzungszwecke finden sich im Sozialgesetzbuch V (§§ 303a bis 303e) und in der Datentransparenzverordnung.

Mit der Übertragung der Aufgabe beginnen beim DIMDI die Arbeiten zur Einrichtung der gesetzlich vorgegebenen Vertrauensstelle und der Datenaufbereitungsstelle. Beide sind räumlich, organisatorisch und personell eigenständig zu führen. Neben der Personalgewinnung sind dazu auch Baumaßnahmen und Änderungen an der Infrastruktur unseres Rechenzentrums erforderlich. Diese vorbereitenden Arbeiten werden einige Zeit dauern. Über den Fortgang der Arbeiten wird das DIMDI laufend berichten.

Zurzeit liegen dort noch keine Daten vor. Die erste Lieferung aus dem Bundesversicherungsamt für die Jahre 2009 und 2010 wird spätestens am 1. Februar 2013 erwartet. Ein Zugang zu den Informationen ist noch nicht möglich. Mit der Aufnahme einer ersten Betriebsstufe rechnet das DIMDI im Laufe des Jahres 2013.